Update vom 25.4.2018 (Jahrbuch 2019, S.76)

Microsoft hat uns eine E-Mail geschrieben

Darin bedankt sich der Konzern für unsere Einladung, er könne es aber auch Termingründen nicht einrichten, jemanden zur Verleihung zu schicken. Microsoft findet auch nicht, dass der Konzern den Preis verdient habe. „Auch ohne einen BigBrotherAward haben wir verstanden, dass sich viele mit der Übertragung von Daten, die durch das Betriebssystem veranlasst sind, schwer tun – insbesondere, wenn nicht klar ist, um welche Daten es geht und zu welchem Zweck die Übertragung erfolgt.“ Deshalb würden die Datenschutzeinstellungen kontinuierlich überarbeitet und „verbessert“, insbesondere in den Versionen für Unternehmen und Behörden. Microsoft investiere rund 1 Milliarde Dollar jährlich in Datensicherheit und Datenschutz – weltweit.

„Das ist nur ein lächerlicher Teil des jährlichen Umsatzes“, kommentiert Laudator Frank Rosengart diese Zahl. Allein der Bund habe in den letzten drei Jahren eine Viertelmilliarde Euro Lizenzgebühren an Microsoft gezahlt, schrieb die Stuttgarter Zeitung in ihrem Artikel zum BigBrotherAward 2018. „Die Datenübermittlung standardmäßig abzuschalten, kostet Microsoft außerdem keinen Cent mehr – im Gegenteil“, so Frank Rosengart weiter. „Der ganze Traffic müsste bei Abschaltung ja auch nicht mehr bearbeitet werden, das spart Geld. Aber natürlich kommt dann auch deutlich weniger Datenberg zusammen, den man auf andere Weise zu Geld machen könnte“, bekräftigt er. Und fordert weiterhin: „Windows-Betriebssysteme und MS Office-Programme müssen auch offline nutzbar sein!“