Update vom 9.5.2017 (Jahrbuch 2017, S. 89)

Keine Reaktion aus München

München blieb stumm. Wir haben keinerlei Reaktion aus der Technischen Universität oder der Ludwig-Maximilans-Universität erhalten. Beide Hochschulen sind weiterhin auf der Webseite von Coursera zu finden und haben auch Kurse für das Wintersemester 2017/18 angekündigt - immerhin scheinen sich aber keine weiteren deutschen Hochschulen angeschlossen zu haben.

Journalisten gegenüber sagten die Hochschulen, MOOCs seien ja nicht vorrangig für ihre eigenen Studierenden konzipiert, sondern für internationale Interessent.innen. Für die eigene Studierendenschaft habe man längst interne, selbstgestaltete Angebote. Außerdem sei die Teilnahme an Coursera-Vorlesungen total freiwillig. Wir finden: Ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl für die eigene Bildungsarbeit fänden wir bei den deutschen Hochschulen wünschenswert.

Die Speicherung der Daten in den USA sehen wir nach wie vor kritisch - und nicht nur wir. Das alte Safe Harbor-Abkommen zum Datenschutz zwischen der EU und den USA ist bereits im Oktober 2015 vom Europäischen Gerichtshof für ungültig erklärt werden. Das Nachfolgemodell "Privacy Shield" steht sehr in der Kritik (nicht zuletzt finden Sie auf unserer Webseite mehr dazu) und ist immer noch nicht verabschiedet worden. Die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten hat die Verhandlungen nicht leichter und die USA nicht vertrauenswürdiger gemacht. Der Bayerische Rundfunk brachte es in seiner Berichterstattung über unsere BigBrotherAward-Vergabe an die Münchner Unis so auf den Punkt: "In einer Zeit, in der US-Behörden nach Passwörtern für Social-Media-Accounts fragen, um über die Einreise zu entscheiden, ist Misstrauen gegenüber US-Datenschutzstandards durchaus nachvollziehbar."