Begleitende Austellung und künstlerisches Bühnenbild

Die begleitende Ausstellung und die künstlerischen Teile des Bühnenbildes zu den BigBrotherAwards 2006 stammen von der Bielefelder Künstlerin Angelika Höger.

Markenzeichen ihrer Arbeit ist es, vergängliche Spuren der Gesellschaft vor dem Vergessen zu retten. Durch gezielte Eingriffe gibt sie unscheinbaren Elementen wie Kassenbons, Quirlen oder Gummihandschuhen eine poetische Struktur und verbildlicht damit den Willen, einer anderen, kreativen, Logik Raum zu schaffen.

Ein Geflecht aus Bons dient ihr als Vorhang – obwohl jeder einzelne Zettel Auskünfte über das Konsumverhalten der Künstlerin zu versprechen scheint. Paradoxerweise zeugt die Verhüllung vom Enthüllen. Kleine Fang-den-Hut-Spielchen aus Kassenbons, die in den Fensternischen zu finden sind, machen deutlich, dass Höger Momente des Spiels und des Alltags nutzt, um Fragen aufzuwerfen.

Gleichzeitig findet sie in jedem scheinbar belanglosen Objekt eine Möglichkeit, seinen Nutzen zu erweitern und seine festgelegte Funktion zu unterwandern. Höger spielt ein Spiel mit Möglichkeiten, die sowohl intellektuell als auch ästhetisch aufgeladen sind.

Die zum Teil sperrigen Objekte, wie Spinnen oder Krakengetier aus Schirmen oder Vögelchen und Blumen aus Kassenrollen, fordern immer wieder das Recht auf kreative Entfaltung im Alltag ein – und dazu heraus, ihnen zu folgen. Man kann von einer politischen Poesie sprechen.

Eine Einzelausstellung von Angelika Höger unter dem Titel „Ästhetik des Verschwindens“ ist ab dem 22. Oktober 2006 auch im Tabak-Museum in Bünde zu sehen.