Update vom 22.10.2020 (Jahrbuch 2021, S. 123)

H&M arbeitet Geschehnisse auf

Kurz nach unserer Preisverleihung entschied die Datenschutzbehörde in Hamburg, dass H&M 35.258.707,95 Euro Bußgeld bezahlen soll. Das ist ein sehr hoher Betrag, manche Medien sprechen von „Rekordhöhe“.
Prof. Dr. Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, schrieb in seiner Pressemitteilung: „Das verhängte Bußgeld ist … in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken.“
Weiter heißt es: „Zur Aufarbeitung der vergangenen Geschehnisse hat sich die Unternehmensleitung nicht nur ausdrücklich bei den Betroffenen entschuldigt. Sie folgt auch der Anregung, den Beschäftigten einen unbürokratischen Schadenersatz in beachtlicher Höhe auszuzahlen. Es handelt sich insoweit um ein bislang beispielloses Bekenntnis zur Unternehmensverantwortung nach einem Datenschutzverstoß.“
Und auch in der Organisationsstruktur des Unternehmens hat der Skandal für H&M Konsequenzen, heißt es weiter: „Weitere Bausteine des neu eingeführten  Datenschutzkonzepts sind unter anderem ein neu berufener Datenschutzkoordinator, monatliche Datenschutz-Statusupdates, ein verstärkt kommunizierter Whistleblower-Schutz sowie ein konsistentes Auskunfts-Konzept.“
H&M kündigte an, den Bußgeldbescheid prüfen zu wollen. Bei Drucklegung des Jahrbuches war noch nichts weiter über eine Reaktion bekannt.
Laudator Peter Wedde freut sich über die Entscheidung der Hamburger Datenschutzbehörde: „Das Bußgeld in Höhe von 35 Millionen € zeigt, wie notwendig und wichtig der Schutz von Beschäftigtendaten ist. Ich hoffe, dass dieses Signal nun auch bei anderen Arbeitgebern zu einem schnellen Umdenken führt, die sorglos Datensammlungen über Beschäftigte anlegen, für die es keine eindeutige Rechtsgrundlage gibt.“

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