Update vom 29.3.2018 (Jahrbuch 2019, S. 108)

Als Spielzeug getarnte Überwachungswerkzeuge

Das Thema begegnet uns immer wieder. Ob beim „Schutzranzen“-Projekt (BBA 2004),  oder ob Puppen mit Abhörgeräten verkauft werden – immer wieder versuchen verantwortungslose Firmen, aus der Angst von Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder, gepaart mit Spieltrieb, Profit zu schlagen. Nach der „Hello Barbie“ (BBA 2015), die es gar nicht erst in deutsche Spielzeugregale geschafft hat, kam die Puppe „Cayla“, die von der Bundesnetzagentur verboten wurde und aus dem Spielzeughandel genommen werden musste). Aber sie lassen nicht locker: Auf der Spielwarenmesse „Toy Fair“ in New York 2017 wurde eine Hologramm-Barbie präsentiert, die den Kindern z.B. Wetterberichte für ihren Wohnort erzählen kann. In Presseberichten wird ausdrücklich erwähnt, dass Mattel nach eigenen Angaben keine Sprachbefehle mehr speichern will und Daten verschlüsselt übermittelt werden – selbst wenn wir ihnen das glauben: Zur Befehlsanalyse müssen die Tonaufnahmen auf Mattelservern landen und das Standort-Erfassungs-Feature ist offenbar neu hinzugekommen. Sie geben nicht auf...

2018 sind dann auch noch Smartwatches, also Armbanduhren, aufgefallen, weil sie sich ganz einfach anrufen ließen und dann die Umgebung abgehört haben.

Wir wiederholen den Appell von padeluun in seiner Alexa-Laudatio: „Liebe Menschen. Seid vernünftig. Gebt dem Spieltrieb nicht nach!“. Abhörwanzen gehören nicht ans Handgelenk und schon erst recht nicht ins Kinderzimmer!