Update vom 27.11.2020 (Jahrbuch 2021, S.116-117)

Keine Einsicht der Bildungsministerin BaWü Frau Eisenmann

Unser BigBrotherAward an die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann befindet sich in guter Gesellschaft: Auch Lehrkräfte, Elternverbände und IT-Spezialist.innen sprechen sich seit Wochen gegen die Pläne der Bildungsministerin aus, Microsoft 365 als Teil der Schulplattform in Baden-Württemberg einzusetzen. „Wir haben nach der Preisverleihung eine Menge Dankes-E-Mails erhalten“, berichtet die Digitalcourage-Medienpädagogin und Mitautorin der Laudatio, Jessica Wawrzyniak. „Ich stehe mit Eltern und Lehrkräften bundesweit in Kontakt, und diesen Sommer haben wir alle nach Baden-Württemberg geschaut, weil uns der Deal mit Microsoft und die Ignoranz von Entscheidungsträger.innen Sorgen gemacht haben.“

Die Ministerin selbst ließ sich von der Presse als „amüsiert“ über unseren Preis zitieren. Sie wiederholte ohne Einsicht die Argumente, die wir schon in der Laudatio auseinandergepflückt hatten. Andere haben unsere Kritik allerdings ernst genommen: Teile unseres Laudatio-Textes wurden Frau Dr. Eisenmann von Landtagsabgeordneten im Bildungsausschuss noch einmal wortwörtlich vorgelesen. Das hat uns gefreut!
Anfang November 2020 wurde bekannt gegeben, dass es in einem Pilotprojekt die Berufsschulen sein werden, deren Lehrkräfte als erstes ihre E-Mail-Adresse von der neuen Bildungsplattform mit Microsoft erhalten. Außerdem werden sie Microsoft Teams nutzen.

Das Digitalcourage-Bildungspaket

Ungeeignete Software wollen wir auch in Schulen anderer Bundesländer nicht erleben. Deshalb haben Jessica Wawrzyniak und Leena Simon nachgelegt, mit Blogartikeln und Broschüren schwarz auf weiß. Sie haben 10 Leitlinien geschrieben, wie Digitale Bildung gestaltet werden sollte: angefangen mit dem Verständnis des Lehrberufs über den Einsatz von freier Software bis hin zu geeigneten Materialien für den Unterricht. Das „Bildungspaket“ mit informativen Büchern und Flyern werden wir an Schulen bundesweit verschicken. Man kann es auch bei uns im Shop bestellen.
„Da steckt dann eine Menge Lesestoff drin mit unseren Empfehlungen für Digitalen Unterricht“, erklärt Jessica. Und aus ihren Kontakten in die Bildungsszene weiß sie: „Die Eltern und Lehrkräfte da draußen warten dringend darauf. Je mehr Leute uns bei der Finanzierung und beim Verteilen unterstützen, desto besser.“